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Tarifvertrag spedition nordrhein-westfalen

Der Grundgedanke der Arbeitszeitkonten ist, dass ein Arbeitnehmer über einen bestimmten Zeitraum länger oder kürzer arbeiten kann als kollektiv vereinbart und damit Arbeitszeitgutschriften oder Belastungen auf einem individuellen Arbeitszeitkonto einsammelt, die später durch zusätzliche Freizeit oder Arbeit ausgeglichen werden. Aus Sicht der Arbeitgeber hat dieses Konzept mindestens zwei wesentliche Vorteile. Erstens ermöglicht es den Unternehmen eine flexiblere Produktion, die enger mit den Anforderungen des Marktes zusammenhängt. Zweitens: Da die meisten Arbeitszeitgutschriften nicht als Überstunden gezählt werden, muss der Arbeitgeber keine regelmäßigen Überstundenzuschläge zahlen und kann so die Arbeitskosten senken. Aus Sicht der Arbeitnehmer könnte die Verwendung von Arbeitszeitkonten ein Instrument für mehr “Zeitsouveränität” (Zeitsouveränität) sein, das ihnen helfen könnte, die Arbeitszeit stärker ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen anzupassen. Die meisten Tarifverträge sehen eine regelmäßige (mindestens monatliche) Information der Arbeitnehmer über den Saldo ihres individuellen Arbeitszeitkontos vor. Viele Tarifverträge geben den Betriebsräten auch Informations- und Anhörungsrechte über die Verwendung von Arbeitszeitkonten. Nur wenige Vereinbarungen beziehen die Tarifparteien in die Festlegung der Arbeitszeitkontenbestimmungen auf Unternehmensebene ein. Die weitverbreitete Einführung kollektiv vereinbarter Arbeitszeitkonten gibt den Unternehmen die Möglichkeit, weit reichende flexible Arbeitszeitregelungen zu haben, die den sich wandelnden Marktzwängen sehr nahe kommen. Tarifverträge über Arbeitszeitkonten sind darüber hinaus ein weiterer Beweis dafür, dass das deutsche System branchenweiter tariflicher Tarife viel flexibler und differenzierter ist als sein Image. Laut der WSI-Studie orientiert sich das vorherrschende Arbeitszeitkontomodell eher an einer flexiblen Anpassung an kurz- und mittelfristige Veränderungen der Marktsituation. Obwohl die meisten Tarifverträge eine allgemeine Absichtserklärung zur Verbesserung flexibler Arbeitszeitmöglichkeiten im Interesse der Arbeitnehmer enthalten, wird die Verwendung von Arbeitszeitkonten in Wirklichkeit in erster Linie von den Bedürfnissen der Unternehmen beeinflusst.

Tarifierte Bestimmungen über Arbeitszeitkonten sollen daher auch die Arbeitnehmer vor einer einseitigen Unterordnung unter die Flexibilitätsforderungen der Arbeitgeber schützen, heißt es in dem Bericht. Beispielsweise könnte die Festlegung von Grenzwerten für Arbeitszeitkonten als eine Art Schutz vor einer übermäßigen Verlängerung der individuellen Arbeitszeit interpretiert werden. Andererseits könnte ein umfangreicheres Arbeitszeitkonto auch im Interesse der Arbeitnehmer liegen, die eine längere Flexibilität bevorzugen könnten. Aus Sicht der Arbeitnehmer ist die Frage der flexiblen Arbeitszeitregelungen durch die Verwendung von Arbeitszeitkonten jedoch eher zweideutig. Einerseits gibt es die Möglichkeit einer individuelleren “Zeitsouveränität”, andererseits besteht die Gefahr einer Unterordnung unter die Flexibilitätsforderungen des Unternehmens. In Bezug auf letztere sieht die WSI-Studie die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen bei den Tarifverträgen, um einen akzeptablen Kompromiss zu definieren. (Thorsten Schulten, Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI)) Laut einer im Februar 1998 veröffentlichten Studie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI) gibt es zahlreiche tarifliche Bestimmungen zur Einführung von “Arbeitszeitkonten” in Deutschland, die zu einem wichtigen Instrument für flexible Arbeitszeitregelungen geworden sind.

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